Ortskirchengemeinde Cadenberge-Wingst

Gottesdienste in Zeiten von Corona


Youtube-Video mit weihnachtlichen Grüßen aus der St.Nicolai-Kirche (30min)

               Musik: Regina Bolten und Reinhard Gramm

               Orgel: Mariola Hoss-Hillmann

               Lesung: Ruth Scheffler-Hitzegrad

               Krippenspiel: Unter Anleitung von Tatjana Venohr

               Ansprache, Gebet und Segen: Pastor Bert Hitzegrad


Die "nicht gehaltene" Predigt am Heiligabend (Christmette)

Heiligabend 2020

„Alle Jahre wieder..." - viele singen es mit großer Vorfreude auf das kommende Fest.

Sie freuen sich darauf, dass es wieder so sein wird wie in vielen Jahren zuvor.

Die geliebten Weihnachtsmärkte, traditionelles Essen an Heiligabend und den Feiertagen, der Baum in seinem Schmuck, das Haus voll mit Verwandten,  vor allem willkommen auch die Kinder und Enkelkinder;

der Gang zu heimischen Kirche, die altvertrauten Worte, „Es begab sich aber zu der Zeit..; das manchmal nur bemühte Singen am Baum, das Auspacken der Geschenke; die Freude ob still genossen oder laut bejubelt.

Alles wie immer. Wie schön!

„Alle Jahre wieder" -„Same procedure as last year" - von nicht wenigen auch nicht so froh gesungen. Wieder nur das, was wir immer hatten: Wieder Glühwein am Stand – für manchen auch zu viel davon;

der Stress mit den Geschenken - die richtigen finden und die Frage, wohin mit den unerwünschten; der

Baum will wieder mal nicht grade stehen; der Besuch nicht immer erwünscht, die Eifersüchteleien zwischen, die lärmenden Kinder - wieder einmal mitgeschleppt in den Gottesdienst; wieder Würstchen mit

Kartoffelsalat und Gans am 1. Weihnachtstag...

 

Alles wie immer. Wie schrecklich! –

 

„Alle Jahre wieder“ Es fällt schwer, das in diesem Jahr zu singen, in dem zu den Feiertagen nur wenig

so ist, wie wir es gewohnt sind: Keine Gottesdienste am Heiligabend oder kurze Andacht in fremder

Umgebung, von Besuchen wird dringend abgeraten - und wenn doch: Nicht alle verstehen die geltenden Regeln über Haushalts und Personenzahlen über oder, unter. 14 Jahren Mancher Mensch gerade aus meiner Generation wird einsamer bleiben als sonst, die „sozialen Medien" für manche ein Buch mit 7 Siegeln und für alle eigentlich nur schwacher Ersatz für Begegnung und Nähe. Alles anders! Es mag sein, dass die, die dem traditionellen Fest ablehnend gegenüber standen, merken, dass auch ihnen etwas fehlen wird. Es mag sein, dass die, die sich auf das Althergebrachte freuten, merken, dass sie doch auf manches

verzichten könnten. Vielleicht ist das sogar etwas Positives - aber auch der Ausdruck „positiv" klingt angesichts der Pandemie ja eher negativ!

 

Wenn es etwas Positives gibt, dann vielleicht das:

 

Dass es uns leichter fallen kann, hinter der geliebten Weihnachtsidylle der Stillen Nacht wieder das zu

entdecken, was keineswegs idyllisch war. Und was, wie ich mit einiger Überraschung feststellte, doch

die eine oder andere Parallele zwischen dem Geschehen damals und der Situation heute zeigt

Maria und Josef machen sich nach Bethlehem auf nicht aus eigenem Entschluss, sondern auf Befehl

der Obrigkeit.

Die Einschränkungen und Auflagen dieser Zeit haben wir uns auch nicht ausgesucht - sie sind von

denen bestimmte worden, die dazu da sind. Versteht mich nicht falsch, ich will die Maßnahmen zum

Schutz vor der Krankheit nicht vergleichen mit dem willkürlichen Befehl zur Steuererhebung Aber es

bleibt eben das Gefühl der Fremdbestimmung

„Kein Raum in der Herberge.." die Hotels und Pensionen geschlossen oder nur unter ganz

bestimmten Voraussetzungen für ganz bestimmte Personen zugänglich

Maria und Josef zur Geburt des Kindes allem im Stall (Die Legende hat ihnen ja wenigstens noch Ochs

und Esel zugesellt) - das wäre m Nazareth sicher anders gewesen Verwandte, Nachbarinnen hätten

geholfen - alle hätten gratuliert, vielleicht die ganze Nachbarschaft mit gefeiert

Still war es, so wie für manchen die Stille an diesen Festtagen zur Last werden wird

Nur die Hirten kommen zu Besuch - mit etwas Ironie kann man sie als - aus einem Haushalt ansehen -

und wie viele es waren wird nicht berichtet Vermutlich innerhalb der erlaubten Größe.

„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind"

Wo wir Menschen sind!

Ja, Christus kommt nicht nur damals in die Beschwernisse der Zeit, sondern auch heute Darum geht

es zu Weihnachten, dass Gottes Sohn dahin kommt, wo wir Menschenkinder sind. Hinunter kommt

er - und das ist nicht allein die Bewegung vom Himmel zu Erde, sondern die in die Tiefen unseres

Lebens mit Einschränkungen und Lasten, in Sorge um die Unseren und in Ängsten um uns selbst

„Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus.“

Ja, wirklich auf allen Wegen, wohin sie auch fuhren, ob sie erzwungen sind oder gewollt

„Steht auch mir zu Seiten, still und unerkannt, dass es treu mich leite an der lieben Hand"

Ein frohes Weihnachtsfest kann es auch in diesem Jahr werden, wenn wir den unbekannt uns zur

Seite stehenden erkennen. Amen

 

 

Sup.i.R. Hilmar Menke

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Eine "nicht gehaltene" Predigt am Heiligabend 2020 (Sup.i.R. Hilmar Menke)
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Weihnachten 2020 ist anders......

Weihnachten 2020 ist anders …. Gedanken von Pastor Bert Hitzegrad am 24. Dezember 2020

 

Weihnachten 2020 - das ist anders und lässt manches Lied und manche Verszeile in einem neuen Licht erscheinen. Mein Vater hat am Tannenbaum gern das Weihnachtsgedicht von Joseph von Eichendorff vorgetragen: „Markt und Straßen sind verlassen ...” Ja, in Zeiten von  CORONA und Lockdown ist der Markt, sind die Straßen verlassen. Zuhause bleiben ist das Gebot der Stunde,

Und es ist tatsächlich eine „Stille Nacht,”, ohne die großen Gottesdienste, wie wir sie alle Jahre wieder feiern, manch einer wird enttäuscht sein, aber mit einer Enttäuschung begann ja schon die Weihnachtsgeschichte. Für viele wird das Weihnachtsfest in diesem Jahr aber auch zu still sein, weil die Kinder nicht kommen ... die Großeltern zuhause bleiben, um sich zu schützen ... der ein oder die andere sitzt sogar in Isolation oder Quarantäne.... Ich habe ihn auch lange nicht mehr gehört, den Weihnachtssong von Chris Rea „Drivin‘ Home for Christmas”. Es würde wohl alle tief im Herzen treffen, die sich ein Wiedersehen wünschen, aber ein kleines Virus verbietet Nähe und das Überbrücken von Distanzen ... Eine ver-rückte Welt! Aber sie führt uns auch direkt zurück zu der Geschichte, die der Grund ist für Punschbuden und Bratwurststände auf Weihnachtsmärkten.... Die Geschichte, die in uns die Sehnsucht entfacht, nach Hause zu kommen, liebe Menschen zu treffen, Köstlichkeiten und Wärme gemeinsam zu genießen ....

In diesem Jahr nähern wir uns ungewollt dem Ursprung der Geschichte, denn wir werden herausgeworfen aus dem Gewohnten, ja sogar aus den Kirchen und wir finden uns wieder bei den „Hirten in derselben Gegend auf dem Felde”. Umso intensiver und eindringlicher hören wir die Botschaft des Engels: „Fürchtet Euch nicht! Siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch - Euch! - ist heute der Heiland geboren!“

Wie gut ist das zu hören am Ende dieses CORONA-Jahres? Welchen warmen Lichtschein wirft das auf eine Zeit, in der wir auf Lichtblicke warten ....

 

In einem Diktat vergaß ein Schüler  bei Weihnachten einmal das „i“ – so wurde aus der „Weihnacht“ eine „Wehnacht“. Das machte seinen Lehrer nachdenklich. Er schrieb das Wort „Wehnacht“ an die Tafel, sprach mit den Kindern darüber und malte dann das „i“ als kleine Kerze in das Wort hinein. Aus der Wehnacht wurde so wieder eine Weihnacht

Der Prophet Jesaja verkündet schon vor Jahrtausenden ein helles Licht : „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht und über denen, die da wohnen im finstern Land, scheint es hell.“ (Jes 9.1). Dieses Licht ist mit dem Kind in der Krippe  in unsere Welt gekommen. Es leuchtet dort besonders hell, wo Menschen dunkle Zeiten erleben. Weihnachten 2020 ist anders. Aber es kann uns verändern und zu Menschen machen, die voller Hoffnung sind und deren Zuversicht einen tragenden Grund hat: die Weihnachtsfreude, weil Gott zu uns in seinem Sohn kommt, so klein und verletzlich, voller Liebe und Zärtlichkeit, voller Gnade und Barmherzigkeit.

Ein Licht, ein kleines Kerzenlicht  wird da schon zum  Licht, das sich gegen die Dunkelheit behauptet. In unserer Region,  in  Cadenberge und Wingst haben wir in dieser Adventszeit zu einer kleinen Lichteraktion eingeladen: „Stellt in die Fenster ein Licht, sagt allen: Fürchtet Euch nicht. Gott hat euch lieb, groß und klein, seht auf des Lichtes Schein!“ 

Ein Licht im Fenster und wir sehen: Wir sind nicht allein mit unserer Sehnsucht nach Normalität. Das kleine Kerzenlicht kämpft gegen die Schatten der Welt und lässt sich nicht unterkriegen. Mit vielen kleinen Lichtern zusammen versprüht es Hoffnung und Zuversicht. Denn seine Flamme hat sich an der Liebe dessen entzündet, der von sich sagt: „Ich in das Licht der Welt!” (Joh 8,2)

Licht des Lebens, Licht zum Leben. Von diesem Kind in der Krippe geht so viel Helligkeit aus. Und es ist genug da für unsichere Pfade in ein neues Jahr, es scheint hell genug, damit wir einander erkennen und begegnen als Schwestern und Brüder - und ER selbst geht mit uns und macht das Leben hell und fröhlich! Amen 

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Pastor Bert Hitzegrad, Tel.: 04777/330, Mail: bhitzegrad@aol.com

 


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Gottesdienst Zeitgleich, Heiligabend 24. Dezember 2020 um 17.00 Uhr
201224 Heiligabend Mattausch Gottesdien
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Lesegottesdienst-Christfest-2020
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Vorlesegeschichte - Fenster zur Weihnacht 2020 (Neu)
Vorlesegeschichte_Fenster_zur_Weihnacht_
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Wir haben uns als Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Cadenberge-Wingst dazu entschieden, die Gottesdienste am Heiligabend nicht stattfinden zu lassen. Dafür bieten wir auf unserer Homepage einige interessante Alternativen. Verpassen Sie nicht die 30 min bei YouTube! Alle anderen geplanten Gottesdienste werden gefeiert. Aber melden Sie sich im Vorwege bitte unter 04777/288 oder Mail: KG.Cadenberge@evlka.de an.

Bleiben Sie  behütet und gesund

Karsten Meier (Kirchenvorsteher)


Cadenberge

Die St.Nicolai Kirche zu Cadenberge wurde in den Geschichtsbüchern erstmalig um 1319 erwähnt. Von 1742 bis 1752 erfolgte ein Neubau der Kirche auf dem alten Grundriss. Eine Besonderheit ist sicherlich ihr völlig freistehender Glockenturm.

Die Tür ist in den Sommermonaten, außerhalb der  Gottesdienste, von montags bis freitags bis 17.00 für Besichtigungen geöffnet.

Westerhamm

Das Bugenhagen-Haus wurde nach der gleichnamigen Bibel aus dem Jahre 1533/34 benannt. Da Bugenhagen seine Predigten auf plattdeutsch hielt, wird ihm zu Ehren im Juni zum Kirchweihfest ebenfalls auf platt gepredigt.

Dobrock

Das St.Michaelishaus wurde 1989 errichtet und am 29.September 1989, dem Michaelistag, eingeweiht. Der moderne Baustil lässt einen sicherlich nicht sofort das es sich hier um eine Predigtstelle handelt. Das Gebäude entspricht ganz und gar dem Baustil der 80er Jahre.